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Ein starkes Stück Durlacher Geschichte Pfinzgaumuseum zeigt überraschend aufgetauchte Pläne und Karten von Durlach und Aue Welche Schätze sich noch heute auf manchem Durlacher Speicher verbergen, beweist die neue Sonderschau im Pfinzgaumuseum, die am Freitag eröffnet wurde. 24 historische Pläne von Durlach und Aue, dazu acht Fotografien gelangten auf Umwegen über den Verein Orgelfabrik und den Historischen Verein ins Museum. „Als mir meine Bekannte, Elke Müller, im Novermber vergangenen Jahres eine Plastiktüte voller Papier übergab, ahnte ich nicht, was sich dahinter verbarg“, erzählte Hildegund Brandenburg, Vorsitzende des Vereins „Die Orgelfabrik – Kultur in Durlach“. Die Grundschullehrerin hatte die Tüte auf einem Speicher entdeckt und und hatte sich entschlossen, sie in fachgerechte Hände abzugeben. Als Brandenburg die großformatigen Zeichnungen dann im Büro ausbreitete, stieß sie einen Jauchzer aus, wie sie bei der Eröffnung der Ausstellung berichtete. Auch dem sofort hinzugezogenen Günther Malisius, Vorsitzender des Freundeskreises Pfinzgaumuseum – Historischer Verein Durlach“, war die Bedeutung dieser Pläne sofort bewusst. „Ich wollte allerdings, dass dieses Material der Öffentlichkeit zugänglich werden und nicht in irgendeinem Archiv verschwinden“, erklärte Malisius. Damit begann der Weg für eine Kooperation zwischen Orgelfabrik, Freundeskreis und Museum. In einer Rekordzeit wurden die Pläne analysiert, restauriert und digitalisiert. Bei der Eröffnung der Ausstellung erklärte Ferdinand Leikam, Kurator im Stadtarchiv, die einzelnen Stücke. Die ausgestellten Karten und Pläne stammen alle aus dem 18. Und 19. Jahrhundert. Die erste Gruppe, die um 1780 entstanden ist, beschreibt überwiegend Besitz der Stadt Durlach mit nummerierten Flurstücken. Eine Serie von acht Plänen zeigt die „Zelg (Flächen) Beun und Lerchenberg“, vier weitere die „Zelg Au“ mit Äckern, die die Stadt den Bürgern zum Bewirtschaften überließ. Zu dieser Zeit stieg die Zahl der bearbeiteten Flächen ständig und die sogenannten Allmendäcker wurden ab 1765 in Lose von je einem Morgen eingeteilt. Die Karten entstanden wohl im Rahmen der sogenannten Renovation, bei der das Durlacher Lagebuch neu erstellt und hierfür die Gemarkung neu vermessen wurde. Damit sollten Lage und Größe der Grundstücke festgelegt und damit Rechtsstreitigkeiten unter Nachbarn geklärt werden. Damit beauftragt war Johann Jakob Stober, dessen Name sich auf einigen Karten wiederfindet. Zu diesen Serien gehören auch verschiedene Karten über Wäldder, Wiesen und Weingärten. Herausragend die Karte einer Seidenplantage im Killisfeld, die auf Wunsch der Markgräfin Karoline Louise 1773 angelegt wurde und bis 1794 bestand. Eine zweite Gruppe von Karten stammt aus den 1830er und 1840er Jahren und beschreibt wieder die Allmendwiesen. Angefertigt wurden sie von Christian Hengst, dem späteren Stadtbaumeister und Gründer der freiwilligen Feuerwehr. Zeitgleich entstanden auch die gezeigten Pläne bestehender Gebäude wie zum Beispiel das Alleehaus an der Durlacher Allee. Ein Plan beschreibt die sogenannten „Hexestäffele“ mit geplanten Veränderungen um 1840. Für die Betrachter ist die Orientierung auf den Zeichnungen meist etwas schwierig, denn Norden ist nicht immer oben und oftmals fehlt der Nordpfeil. „Das ist ein starkes Stück Durlacher Geschichte, was wir hier unter dem Thema – Stadt, Land, Plan. Durlach und Umgebung in historischen Karten und Plänen - ausstellen dürfen“, erklärte Anke Mührenberg am Freitag. Damit möglichst viele Interessenten die Pläne genauestens studieren können, wird auch in Kürze ein Ausstellungskatalog erscheinen. Die Ausstellung ist bis zum 9. September geöffnet. Führungen finden statt am 3. Juni, am 1. Juli und am 2. September jeweils um 15 Uhr. Bildunterschrift: Kurator Ferdinand Leikam führt die Besucher durch die Ausstellung „Stadt, Land, Plan. Durlach und Umgebung in historischen Karten und Plänen“.

 
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